Max Ernst – ein Wegbereiter der modernen Kunst

Max Ernst – ein Wegbereiter der modernen Kunst

Vermutlich gibt es kein zweites Gebiet, das so viele unterschiedliche Facetten kennt, wie die Kunst. Immerhin existiert die Kunst bereits seit hunderttausenden von Jahren – oder ggf. sogar schon sehr viel länger. Während dieser langen Zeitspanne hat sich zahlreiche Änderungen und Erweiterungen erfahren. Grund dafür sind die unzähligen Einflüsse, die sich Tag für Tag in den unterschiedlichsten Teilen der Welt abspielen.

Ein Bereich der Kunst, der vielen Menschen nur schwer zugänglich ist, ist die moderne Kunst. Dies hat vor allem damit zu tun, dass sie auf den ersten Blick verwirrend sein kann oder schlichtweg schwer zu erkennen ist. Um welche Art von Kunstwerk es dabei geht, spielt zunächst keine Rolle. Egal ob Gemälde, Skulptur oder Installation: Moderne Kunst kann sich verstecken und verbieten, sodass es unglaublich herausfordern sein kann, sie zu verstehen.

Ihren Namen trägt sie übrigens nicht umsonst, denn im Vergleich zu anderen Zweigen und Feldern der Kunst, reicht die moderne Kunst noch nicht sehr weit zurück. Ihre Ursprünge sind im Anfang des 20. Jahrhunderts zu finden, zumindest wenn man den Durchbruch heranzieht. Keine Frage, schon vor tausenden von Jahren mag es Künstler gegeben haben, die ähnliche Arbeiten produzierten. Allerdings waren sie oftmals Einzelgänger und zugleich konnte es ihnen nicht gelingen, eine echte Trendrichtung in der Kunst zu schaffen. Hierfür sollte noch viel Zeit verstreichen.

Eine der größten Wegbereiter der modernen Kunst ist Max Ernst. Der in Deutschland geborene Maler arbeitete in seinen Anfangsjahren noch klassisch, fand aber schnell Gefallen an modernen Arbeiten. Einer seiner entscheidenden Beiträge zur Kunst war die Gründung der Dada-Gruppe in Köln. Gemeint sind Künstler, die sich dem Dada-Ismus verschrieben haben und somit vorrangig skurrile Werke produzieren. Üblich ist, dass ihre Arbeit aus dem Kontext fällt, weil beispielsweise Elemente miteinander verbunden werden, die im normalen Leben nicht zusammengehören. Beispiele für solche Arbeiten sind zum Beispiel Fische, die an Land leben oder Vögel, die in einer Unterwasserwelt beheimatet sind. Mit derart außergewöhnlichen Werken zogen die Dada-Isten rasch Aufmerksamkeit auf sich.

Allerdings war Max Ernst ein Künstler, der nicht lange am Dada-Ismus festgehalten, sondern sich zielstrebig weiterentwickelt hat. Er mochte es vor allem, rätselhafte Werke zu erschaffen. Dabei malte er nicht ausschließlich. Stattdessen zog er es oftmals vor, bedruckte Werke zu zerschneiden und die einzelnen Schnipsel neu zusammenzufügen. Diese und ähnliche Arbeiten konnte er einem vergleichsweise großen Publikum zugänglich machen. Er war kein Künstler, der sich in einem Atelier versteckte. Stattdessen war er viel unterwegs und suchte den Austausch mit gleichgesinnten Künstlern.

Mit weniger als 30 Jahren zog er bereits nach Paris, um dort neue Werke zu erschaffen. Als sich der zweite Weltkrieg anbahnte wurde es dort für ihn und seine Künstlerfreunde schwierig. Zusammen mit Peggy Guggenheim konnte er aus Frankreich in die USA fliehen und dort seine künstlerische Tätigkeit fortsetzen. Der Name Guggenheim dürfte sogar vielen, die sich sonst nicht für Kunst interessieren, geläufig sein. Peggy Guggenheim war die Tochter eines us-amerikanischen Industriellen, die sich aufgrund ihres Erbes der Kunst widmen konnte. Sie war es auch, die Max Ernst sowie einige weitere europäische Künstler in den USA sehr bekannt machte und ihnen damit zum internationalen Durchbruch verhalf.

Allerdings bleib Max Ernst nicht in den USA, bereits wenige Jahre später kehrte er nach Deutschland zurück. Dort war er weiterhin kreativ tätig und schuf zahlreiche Werke. Mit zunehmendem Alter und Ruhm begann er sogar mit der Lehre und unterrichtete moderne Kunst an Hochschulen. Seine Rückkehr nach Deutschland – schließlich hätte Ernst ebenso wieder nach Frankreich ziehen können – macht ihn hierzulande umso beliebter. Im fortgeschrittenen Alter war er ein geschätzter Künstler, mit dem sich sogar Spitzenpolitiker gerne zeigten. Allerdings zog es ihn auch immer wieder nach Frankreich, insbesondere nach Paris. Dort starb er dann auch – nur einen Tag vor seinem 85. Geburtstag.